Lösung entwickelt und erfolgreich getestet

US-Schecks selbst drucken!?

Gastbeitrag von Ingo Bachmann

Der eine oder andere verfügt über ein US-Konto. Dazu gehören Schecks, die zunächst einmal von der Bank hergestellt worden sind. Irgendwann sind die aber aufgebraucht und es stellt sich die Frage: Wo bekomme ich in Deutschland neue Schecks her?

Bestellung bei der Bank oder beim Scheckhersteller?

Dazu bieten sich mehrere Wege an: Die Bank kann ein neues Scheckheft herstellen, es wird bei einem Scheckhersteller bestellt oder aber man stellt sich seine Schecks selbst her.

Nach ein wenig Recherche im Internet stellte sich bei mir jedoch Frust ein, denn Scheckvordrucke nach Deutschland zu bestellen, das ist schwierig. Auch bei den externen Scheckherstellern habe ich keinen gefunden, der an Adressen im Ausland versendet. Deshalb ist Schecks selbst herzustellen meines Erachtens die einfachste und beste Variante.

Einfach: Drucken Sie Ihre Schecks selbst!

1. Was Sie zum selber drucken benötigen

Es wird zunächst ein persönlicher Scheck der Bank benötigt, von dem man die Daten entnehmen kann.

Dann bestellt man sich ein Gestaltungsprogramm und Blankoscheckvordrucke in den USA. Diese werden mit den vorhandenen Daten bedruckt und fertig. Jetzt kann der Scheck ausgestellt und bei einer x-beliebigen Bank in Deutschland eingereicht werden.

Das klingt einfach. Doch der Reihe nach.

1.1 Anleitung Schritt für Schritt in Form meines Testberichts

Am Nachmittag des 24. Februar 2016 bestellte ich bei Amazon.com das Programm „Checksoft Personal Deluxe“ und Blankoscheckvordrucke „Checks – Personal Pack“ von Avanquest per Express.

Wer es noch nicht weiß: Amazon.com liefert auch viele Dinge direkt nach Deutschland und kümmert sich um die Zollabfertigung, so dass das Paket bereits am 26. Februar zur Mittagszeit bei mir eintraf.

US Bankschecks selbst machen

Scheckvordrucke und Software kaufen, anschießend nur noch mit den richtigen Daten füttern.

Die Software war schnell installiert und jetzt zeigte sich, dass man einen Scheck seiner Bank oder zumindest die Daten von der Bank benötigt. Das Programm fragt die Inhalte ab; bei der Gestaltung kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Doch welche Daten werden benötigt und was bedeuten sie:

Der eigene Name und die eigene Adresse sollten jedem bekannt sein, wichtig ist hierbei die bei der Bank hinterlegte Adresse zu verwenden. Es folgen der Name und die Adresse der Bank, die Fractional-Nummer, Nummer des vorliegenden letzten Schecks und die MICR-Line-Zeile. Der Reihe nach:

1.2 Alles was Sie an Scheckdaten wissen müssen

Scheck-Nummer: Diese kann man oben rechts und zusätzlich in der MICR-Line-Zeile auf dem Scheck finden. Bei persönlichen Schecks ist sie maximal 4-stellig. Sie ist an sich beliebig, sollte aber schon fortlaufend sein, damit man selbst den Überblick behält.
Fractional-Nummer: Diese steht auf dem Scheck neben oder unter der Schecknummer in etwas kleinerer Schrift. Sie hat die Form 12-5678/1234. Die erste Zahl kennzeichnet die Stadt oder den Staat, wo sich die Bank befindet. Es geht weiter mit der Institutions-Kennung der Bank. Diese Zahl findet sich wieder als Ziffer 5 bis 8 in der Routing-Nummer auf der MICR-Line-Zeile. Und schließlich folgt hinter dem Schrägstrich oder als Nenner des Bruchs die Clearing-Nummer, die man als erste vier Stellen der Routing-Nummer wiederfindet.
MICR-Line-Zeile: Die MICR-Line-Zeile befindet sich ganz unten auf dem Scheck und ist in einer besonderen Schriftart dargestellt, für die früher einmal magnetische Tinte verwendet wurde, um die schnelle maschinelle Verarbeitung sicherzustellen. Heute arbeitet man anders, es wird ein Abbild des Schecks verarbeitet. Das geht schnell und spart Zeit.
In der MICR-Line-Zeile lassen sich die Routing-Nummer, die eigene Kontonummer und die Scheck-Nummer finden.
Routing-Nummer: Sie ist 9-stellig, besteht aus Clearingnummer, Institutionskennung und Prüfziffer. Die Routingnummer findet sich bei persönlichen Schecks als erste Zahl in der MICR-Line-Zeile vom Zeichen ⑆ eingeschlossen. Dann folgt die Konto-Nummer mit der Endung ⑈ und nach einem Leerzeichen schließlich die Schecknummer.
Konto-Nummer: Die eigene Kontonummer wird einem von der Bank mitgeteilt.

Jetzt sind alle Daten komplett erfasst und der Scheck kann gestaltet werden.

Dazu bietet das Programm viele Möglichkeiten. Da die 900 Blankovordrucke bereits einen blauen Hintergrund enthalten, habe ich das mögliche Hintergrundbild im Programm entfernt. Schlussendlich folgte der Druck. Dafür reicht ein handelsüblicher Tintenstrahl- oder Laserdrucker.

US Scheck selbst gedruckt

So sieht ein Scheck aus, wenn man ihn selbst druckt. Für Sie markiert mit den erforderlichen Scheckdaten.

Nach dem Ausdruck wollte ich wissen: Ist es wirklich so einfach? Löst eine Bank tatsächlich selbst hergestellte Schecks ein?

2. Selbstgedruckten Scheck einlösen – mein Test!

Daher habe ich einen Scheck testweise mit USD 100 am 29. Februar 2016 auf mich selbst ausgestellt und an die ING-DiBa gesendet, bei der ich ein Tagesgeldkonto unterhalte.

Bereits am 2. März 2016 war der Scheck bei der US-Bank gebucht und ich konnte sein Abbild im Online-Banking aufrufen. Bis zur Buchung auf dem Konto der ING-DiBa dauerte es noch bis zum 10. März 2016.

Kontoauszug der ING-DiBa über die Einreichung meines selbst hergestellten US-Schecks.

Kontoauszug der ING-DiBa über die Einreichung meines selbst hergestellten US-Schecks.

Berechnet wurden neben den 5 EUR eigene Gebühr lt. Preisverzeichnis auch fremde Gebühren in Höhe von 4,70 EUR.

Scheckung der US Bank

Kontoauszug meiner US-Bank. Hier wurden die 100 Dollar gezogen.

Fazit

Der Test zeigt, es ist möglich, Schecks für das eigene US-Konto selbst herzustellen.

Vorteil: Es müssen nur so viele gedruckt werden, wie man gerade benötigt.

Über den Autor

Gastautor Ingo Bachmann

Gastautor Ingo Bachmann

Ingo Bachmann ist einer der ersten Kunden von Gee Jay für das US-Konto.

Er reist so viel wie möglich und ist immer auf der Suche nach günstigen Möglichkeiten im Ausland zu bezahlen oder Geld abzuheben.

Beruflich berät und vertritt der Master of Mediation Arbeitnehmer, im Ehrenamt ist er als Friedensrichter seiner Heimatstadt tätig.

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2 Kommentare zu “US-Schecks selbst drucken!?”

  1. Ingo Bachmann sagt:

    Ich möchte für höhere Beträge als vielleicht 100 USD davon abraten, den US-Scheck als Mittel zum Transfer von Geld nach Deutschland zu nutzen.

    Das hat folgenden Grund:
    Meinen US-Scheck über 1.700 USD stellte ich am 29. März 2016 aus und übersandte ihn an die ING-DiBa zum Einzug auf mein Extrakonto. Die ING-DiBa war so freundlich den Eingang sofort schriftlich zu bestätigen und dabei mitzuteilen, dass eine Gutschrift aufgrund der Höhe des Betrages erst nach Eingang erfolgen kann. Sie wies auch darauf hin, dass es bis zu 6 Monate dauern kann. Ich wartete also. Am 20. April 2016 wurde nun der Betrag ohne weitere Kosten von meinem US-Konto abgebucht. Damit war das Geld aber noch lange nicht in Deutschland. Als ich Ende Mai bei der Hotline der ING-DiBa nachfragte, wurde mir sehr freundlich erklärt, dass das Geld über mehrere Banken geleitet wird und noch nicht angekommen ist. Mir wurde ebenfalls empfohlen, diesen Weg des Transfers nicht zu nutzen, da er sehr langwierig ist und hohe Kosten für mich verursachen wird. So war es dann auch: Am 22. Juni 2016 (Valuta 02.06.16) wurde das Geld letztendlich auf meinem Extrakonto gebucht. Dabei hat die ING-DiBa Wort gehalten: Sie hat lediglich 5 EUR als eigene Gebühr berechnet. Die Fremdbanken haben das ganz anders gesehen: Hier wurden 180 USD vom Scheckbetrag abgezogen. Angekommen sind nach Abzug aller Gebühren 1.314,94 EUR.

    Deshalb mein Tipp: https://www.amerikakonto.com/de/geld-ueberweisen-usa-deutschland/
    Hier wird eine einfache, schnelle und kostengünstige Methode beschrieben, um per ACH-Lastschrift Geld aus den USA nach Deutschland über TransferWise zu überweisen. Vielen Dank an Susanne Wagner für diesen Gastbeitrag auf der Internetseite von Gee Jay.

    • Gee Jay sagt:

      Wow! Das ist ja eine sehr interessante Erfahrung, vielen Dank für dieses hervorragende Posting (Warnung) und anschließende Empfehlung.

      Bei meinen Test-Schecks lief das wunderbar, aber zugegebener Weise hatten sie auch nur einen Testwert von nicht mehr als 100 Dollar.

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